v.l.n.r. Simon Eilers, Janine Mertens, Matthias Mertens (Bild: CRUVIDU)

Urlaubsplanung einfach und effizient mit CRUVIDU

CRUVIDU bringt Kreuzfahrttourismus und individuelles Reisen auf einer nutzerfreundlichen Web 3.0-Plattform zusammen. Das vom EXIST-Gründerstipendium geförderte Team möchte, dass jeder Nutzer seine Traumkreuzfahrtreise finden und selber erstellen kann – ganz individuell. Dr. Matthias Mertens hat mit uns über ihre weiteren Ideen gesprochen.

 

Hallo liebes CRUVIDU-Team! Könnt ihr euch bitte kurz vorstellen?

Hallo, wir sind Matthias, Simon und Janine. Ein durch das EXIST Gründerstipendium- gefördertes Team, bestehend aus zwei IT-lern und einer Touristikerin, das mit einer Web-App individuellen Kreuzfahrttouristen zukünftig die Urlaubsplanung rund um Landausflüge erleichtern möchte.

 

Welche Bedeutung steckt hinter dem Namen CRUVIDU?

CRUVIDU setzt sich aus den Wörtern CRUise indiVIDUell zusammen, was auch der Claim „Your Cruise. Your Way.“ widerspiegelt. Für uns bedeutet dies, dass jede Kreuzfahrt so einzigartig sein kann, wie der Passagier, der sich auf die Reise begibt. Die Möglichkeit, die eigenen Interessen im Urlaub ausleben zu können, dabei Land und Leute in den verschiedenen Destinationen kennenzulernen und am Ende noch Geld zu sparen, ist doch klasse, oder?!

Wie kam euch die Idee zu CRUVIDU?

Matthias hatte die Idee auf einer Kreuzfahrt durch Südamerika im Jahr 2013. Ihm fiel auf, dass die Angebote der Reedereien für Landausflüge in der Regel hochpreisig sind und das Angebot darüber hinaus relativ eingeschränkt ist.

In seinem Fall: Er wollte auf dem Landgang in Rio de Janeiro den Zuckerhut und ebenso den Corcovado (Christus-Statue) sehen, aber eine solche Tour bot die Reederei nicht an. Also entschied er, den Landgang auf eigene Faust zu planen und verbrachte einige Stunden mit der Recherche. Sein Problem war, dass es unzählige Foren und Blogs zum Thema Kreuzfahrt gab und er einfach nicht wusste, wo man die relevanten Informationen finden konnte bzw. diese sich zwischen vielen anderen Forenbeiträgen „versteckten“.

Er hatte am Ende einer vierstündigen Recherche die Position des Kreuzfahrt-Terminals sowie die zugehörige öffentliche Buslinie ermittelt und das Aha-Erlebnis, dass Google Maps ihm in einer Minute eine passende Busverbindung liefern konnte. Google selbst hatte größere Städte in Lateinamerika zu diesem Zeitpunkt gerade frisch erschlossen.

Aufgrund seines IT-Backgrounds sah Matthias ein Problem, dass man mit einem Planungsprogramm für individuelle Landgänge lösen könnte und entschied sich zu diesem Zeitpunkt eine Internet-Anwendung zu bauen.

 

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Unser Geschäftsmodell setzt sich aus den vier Bausteinen Affiliate, Licence, Data und Freemium zusammen, welche Einnahmen im B2B und B2C Segment erzielen. Aus dem Mix dieser vier Bausteine ergeben sich spannende Finanzierungsmodelle, die wir in den kommenden Jahren sukzessive erschließen.

Dr. Matthias Mertens, Janine Mertens und Simon Eilers gemeinsam mit Cruvipus (v.l.n.r.; Bild: CRUVIDU)

Dr. Matthias Mertens, Janine Mertens und Simon Eilers gemeinsam mit Cruvipus (v.l.n.r.; Bild: CRUVIDU)

Das Internetportal „Geh an Land“ bietet ein ähnliches Konzept wie eures an. Was macht ihr anders?

Es ist richtig, dass es einige Überschneidungen mit Geh-an-Land gibt, aber wir möchten wesentlich weiter gehen als diese Plattform. Im Grunde bietet sie neben einzelnen Informationsaspekten zur Destination und zum jeweiligen Hafen eine reine Tourenvermittlung an, das heißt sie deckt den Bereich der geführten Touren ab.

CRUVIDU wird ebenfalls geführte Touren in Kooperation anbieten, aber der Fokus wird auf den „auf eigene Faust“ Ausflügen liegen. Unser Konzept sieht mehrere Schritte zur Erreichung unserer Vision vor: „Der Anbieter“ für individuelle Landausflüge zu werden.

Wir werden u.a. bereits erlebte Landausflüge von unseren „Abenteurern“ in eine Struktur überführen, die die Suche nach individuellen Landausflügen um einiges erleichtern wird. Darüber hinaus wird ein Planungstool stufenweise zum Tragen kommen, mit dem jeder Nutzer in seinem Profil Landausflüge planen, erstellen und nachreisen kann.  Außerdem kann der Nutzer seine gesamte Planung in einem persönlichen Reiseplan abbilden und auf Reisen analog oder digital mitnehmen.

Letztlich planen wir auch eine Vielzahl von Community-Funktionen. Insbesondere die Möglichkeit, sich mit Reisegefährten auf einer Kreuzfahrt zu einer Gruppe zusammenzuschließen, finden wir klasse und haben diese Option direkt mal auf unserer letzten Kreuzfahrt ausprobiert. Wir haben so für eine 3 stündige Stadtführung in Rotterdam mit 15 Personen 10 € p.P. gezahlt; ein vergleichbarer Ausflug über die Reederei kostet mindestens 40 €. Mit CRUVIDU wird für ein solchen Anwendungsfall der Aufwand für den Einzelnen zukünftig sehr gering sein und die Kostenersparnis riesig.

Zusammenfassend und in Abgrenzung zu Mitbewerbern entwickeln wir von CRUVIDU einen digitalen Reiseplaner und -begleiter, der über individuelle Planungsmöglichkeiten hinaus die Vorteile des persönlichen Kontakts und Zusammenschluss zu kleinen Gruppen, die Unabhängigkeit von Dritten sowie eine Kostenersparnis und höhere Individualität mit freier Zeiteinteilung ermöglicht, aber auch Risiken wie Sprach- und Ortsunkenntnis minimiert.

 

Ihr kooperiert mit kreuzfahrtausfluege.de, die geführte Touren vermitteln. Wollt ihr in der Zukunft weitere Partner mit ins Boot holen, um euer Angebot zu erweitern?

Ja, das ist in unserem Geschäftsmodell vorgesehen. Kreuzfahrtausfluege.de deckt derzeit nur einen Teil unseres Bedarfs an geführten Touren ab und wir werden gemeinsam über Produkterweiterungen nachdenken, jedoch in einigen Destinationen auf andere Anbieter zurückgreifen. Darüber hinaus sind für uns Kooperationen mit Kreuzfahrtanbietern und Touristenbüros denkbar.

Grundsätzlich werden wir die Anzahl der Kooperationspartner aber möglichst gering halten, diese sorgfältig auswählen und eine enge Zusammenarbeit anstreben. Für uns steht die Kundenzufriedenheit an erster Stelle und diese können wir nur gewährleisten, wenn unsere Partner dieselben Prioritäten setzen und wir im regelmäßigen Austausch miteinander stehen.

 

Was ist für euch zur Zeit die größte Herausforderung als Startup?

Wo sollen wir da nur anfangen… ?!

Eine tagtägliche Herausforderung ist die Vielzahl an Aufgaben und deren Priorisierung. Diese Problematik kennt wahrscheinlich jedes Startup. Jeder in unserem Team ist qualifiziert in einem bestimmten Fachgebiet ausgebildet – Matthias und Janine haben mehrere Jahre als Arbeitnehmer auf ihrem Gebiet gearbeitet, Simon kommt direkt von der Uni – und von jetzt auf gleich müssen wir uns neue Kompetenzen aneignen und permanent abwägen, ob sich eine gezielte Einarbeitung auch lohnt oder doch besser externe Kompetenzen eingekauft werden sollen. Das fordert uns jeden Tag aufs Neue.

Um die aktuell größte Herausforderung zu nennen:

Wir haben das große Glück für ein Jahr durch ein EXIST-Gründungsstipendium gefördert zu sein, aber dies läuft in wenigen Monaten aus und unsere Anschlussfinanzierung muss gesichert werden. Diese war natürlich seit dem ersten Tag an ein Thema, das aber aufgrund der Fülle an Aufgaben in der Priorisierung immer zurückstecken musste. Jetzt ist der Zeitpunkt, wo wir definitiv aktiv werden müssen und vor dieser Herausforderung haben wir sehr viel Respekt.

 

Wie schätzt ihr das Startup Ökosystem im Bereich Nordwest ein?

Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden mit dem Ökosystem im Bereich Nordwest, allerdings beziehen sich unsere Erfahrungen fast ausschließlich auf den Oldenburger Raum. Das Gründungs-und Informationszentrum (GIZ) der Uni Oldenburg begleitet unser Startup nun schon seit gut 1.5 Jahren und unterstützt natürlich nicht nur uns, sondern viele Ausgründungen aus der Wissenschaft.

Neben der Beratungstätigkeit, organisiert das GIZ regelmäßig Gründertreffen und fördert den Austausch der Gründer in der Region. Ebenfalls aktiv sind die IHK und die Gründungsförderung der Stadt Oldenburg, die mit regelmäßigen Workshop und dem Gründerforum Unterstützung bieten.

Darüber hinaus profitieren wir auch von unserem Büro im Technologie-und Gründerzentrum. Dort arbeiten Startups und etablierte Unternehmen Tür an Tür, so dass wir für Ratschläge teilweise nur ein paar Türen weiter anklopfen müssen.

Mit der oben genannten Herausforderung der „Anschlussfinanzierung“ werden wir uns zeitnah jedoch in einen noch ausbaufähigen Bereich begeben, wie uns von anderen Gründern aus der Region berichtet wurde. Wünschenswert scheint eine Erweiterung der Unterstützung in der Nachgründungsphase sowohl bei der Kapitalakquise als auch der Vernetzung und dem Know How Transfer durch größere Unternehmen. Unsere persönlichen Erfahrungen diesbezüglich können wir dann in ein paar Monaten darlegen.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

CRUVIDU im StartupSpot Nordwest

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